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Futur Anterior

Universitätsbibliothek Marburg Wettbewerb Kunst am Bau

Die Wandarbeit befindet sich im zentralen Treppenhaus des Neubaus der Universitätsbibliothek Marburg und nimmt geschossübergreifend ca. 220 qm der Wandfläche ein.

Konzeptionell bezieht sie sich auf die ersten 28 Schriften der Universitätsbibliothek Marburg: Diese 28 Schriften sind insgesamt in 18 Büchern zusammengefasst und bilden den Grundstock für die Bibliothek. Bezugnehmend auf diese ersten 18 Bücher spannt die Wandarbeit einen Rahmen zwischen Tradition und altem Wissen, über die Darstellung von Gegenwärtigem hin zu neuen Möglichkeitsräumen für Zukünftiges. Konzeptionell und auch gestalterisch ähnelt die Arbeit einem großen Palimpsest; Wissen ist auf verschiedenen Ebenen zugleich existent, das Neue überlagert das Alte: was ist lesbar, was ist unklar oder verborgen, wo fehlt das Verständnis zur Entschlüsselung? Es geht um den historischen Bezug zu altem Wissen, das zerlegt (dekonstruiert) und im Sinne der Gegenwart in moderne Sprache neu zusammengesetzt wird. Entsprechend wird die Form und Ästhetik durch historische Vorlagen inspiriert und neu interpretiert. Aus bekannten Schriftformen werden neue, teilweise unbekannte Zeichen.

Die 18 historischen Buch-Titel sind grafisch mehr oder weniger stark verändert. Die Schrift ist der Ausgangspunkt. Die Buchstaben sind zum Teil lesbar, zum Teil völlig abstrakt. Das verweist ebenso auf Umbrüche und Neuerfindungen in der Welt der Wissenschaft wie auf (unlesbare) historische Daten, zu denen der Zugang abhandengekommen ist. Jedes gespeicherte Wissen ist in analoger oder digitaler Form codiert und somit nur von denjenigen lesbar, die den Code kennen. Geht man an Futur Anterior entlang ist der Code immer wieder erkennbar, wird aber von einem anderen Winkel betrachtet zu abstrakten Formen, die dechiffriert werden wollen.